Single Light Setup

Beim Thema Lichtsetzung gibt es unzählige Ansätze und oft weiss man gar nicht, wo anfangen. Es scheint, je komplizierter ein Lichtaufbau ist, desto besser das Resultat. Das reale Licht ist aber meist ganz simpel. Die Kunst besteht darin, bewusst zu reduzieren. 

Tagsüber scheint nur eine Sonne, in der Nacht gibt es nur einen Mond. Deswegen empfindet unser Auge ein "Single Light Setup"  als natürlich, daher kommt die Idee, mit nur einer Lichtquelle zu leuchten.

Inspirationsquelle

Das echte Leben ist hier oft die beste Inspiration. Am meisten lernt man, wenn man mit offenen Augen durch’s Leben geht. Es gibt unzählige schöne Lichtsituationen, morgens wenn die Sonne durch die Vorhänge scheint, abends während und nach dem Sonnenuntergang. Speichert man sich solche speziellen Stimmungen ab und überlegt sich, wie diese Wirkung entsteht, so kann man diese bei Bedarf wieder aufrufen und reproduzieren. Solche Reproduktionen wirken natürlich und der Zuschauerling kann sich damit identifizieren, weil wir solche Lichtsituationen schon öfters „in real life“ gesehen hat.

 

Natürliche Lichtsetzung

Ein „natürliches“ Licht, heisst nicht zwingend, dass der Stil realistisch sein muss, es soll jedoch zwingend realistisch wirken. Beispielsweise kann ein „SciFi Film“ natürlich geleuchtet werden – in der jeweiligen Situation wirkt das Licht realistisch, ist aber so auf unserem Planet nicht auffindbar.

Das Ziel bei einer natürlichen Lichtsetzung ist, dass das Licht so wirkt, als könnte das in der gegebenen Situation tatsächlich so sein.

 

Single Light Setup

Bei unserem Beispiel dem Musikvideo Show You von ZIAN arbeiten wir mit einer einzigen Lichtquelle, ganz nach dem Motto weniger ist mehr. Wenn man eine Lichtquelle bewusst einsetzt, kann das zu einem super Ergebnis führen.

 

 

Wir starten in einem dunklen Raum. Es ist grundsätzlich für jede Art von Lichtsetzung gut, mit dem „nichts“ zu starten, und Licht bewusst dazuzugeben (falls nötig). Wir arbeiten mit einem Toplight (Aputure 300d Mk2 als Lichtquelle), dazu eine grosse Softbox, welche das Licht weich macht. Zu vorderst kommt noch ein Grid , welcher das weiche Licht richtet. Somit können wir trotz grosser, softer Lichtquelle gewährleisten, dass das Licht gerichtet und punktuell daher kommt. Der oberste Berührungspunkt mit der Person ist am hellsten, nach unten wird es immer dunkler, weil sich die Distanz zur Lichtquelle erhöht, eine natürliche Verhaltensweise von Licht.

Unten ist der ganze Aufbau skizziert.

 

 

Weil wir nur eine Lichtquelle von oben in einem schwarzen Raum haben, verteilt sich das Licht auf natürliche Art und Weise. Durch den schwarzen Boden wird ein natürlicher Kontrast von unten erzeugt. Das Licht, welches von oben auf den Boden trifft, wird nicht zurückreflektiert, sondern von der dunklen Oberfläche geschluckt. (Wenn der Boden hell ist, kann man hier mit Tricks (bspw. Molton) diesen Effekt faken um mehr Kontrast zu erzeugen.)

 

 

Die physikalisch richtige Verhaltensweise vom Licht in dieser Situation, lässt das Bild für unser Auge „natürlich“ scheinen.

 

Würden wir nebst dem „Keylight“ noch weitere „Fillights“ aufstellen und die Schatten aufhellen, wird es für unser Bewusstsein unlogisch und zu fest aufgehellt. Genau das ist ein Fehler, der oft begangen wird. Es wird zu strikt nach den Grundregeln der „3 Punkt Beleuchtung“ vorgegangen. Diese unlogischen Lichtquellen resultieren oft in einem unnatürlichen Bild. Weniger ist oft mehr! 🙂

 

Learnings

  • Mit offenen Augen durch die Welt gehen. Begegnet man einer schönen Lichtsituation am Besten ein Foto machen oder gut im Kopf abspeichern. Überlegen: Wieso gefällt mir das so gut? Was macht diese Lichtstimmung aus?
  • Die natürliche Lichtsituation in einem Raum aufgreifen und ergänzen. Gut überlegen, von wo würde hier logischerweise das Licht kommen? Von wo darf kein Licht kommen, weil es falsch wirken würde? Wo haben wir dunkle Flächen, welche natürlichen Kontrast erzeugen?
  • Mit einer möglichst grossen Lichtquelle arbeiten. Diese füllen den Raum natürlicher als kleine Lichtquellen. Meistens genügt das dann auch schon, weil sich das Licht natürlich verteilt und an den richtigen Stellen zurückreflektiert oder eben nicht, je nach Raum.

 

Please Note! Bei der Lichtsetzungen gibt es keine Grenzen und nichts ist grundsätzlich falsch! Der Kreativität werden hier keine Grenzen gesetzt. Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden.