Director of Photography Jonas zeigt seine Überlegungen zur Lichtsetzung für Food anhand eines Beispiels.

Oswald | Lichtsetzung für Food

Zusammen mit der Food Fotografin Tina Sturzenegger produzierten wir für Oswald vier verschiedene Bannervideos, welche auf ihrer Webseite eingebunden und als Social Ads verwendet werden.

 

In diesem Blogpost wird die Auswahl der Lichtquellen, die Vorbereitung und die effektive Lichtsetzung am Dreh behandelt. Den finalen Spot könnt ihr euch hier ansehen.

Weitere Blogposts zum Thema Lichtsetzung für Film findet ihr auch zum Musikvideo von Marius Bear und zu unserem Spec Commercial für FRIDA

Um was geht es?

Unser Auftrag war es, parallel zur Fotografin die gleichen Sujets in Bewegtbild festzuhalten. Insgesamt produzierten wir Moodvideos von vier verschiedenen Rezepten. Bei jedem sieht man wie dem Menu mit den Würzmischungen und Saucen von Oswald noch der letzten Schliff verpasst wird.

 

Die Voraussetzung war, dass unser Bewegtbild analog zu den Fotos von Tina waren. Dies setzt voraus, dass wir ihr Lichtsetup (mit Blitzen) mit Dauerlicht nachbauten und für Film optimierten. Da wir die Filmaufnahmen in Slow-Motion drehten (75fps) brauchten wir dementsprechend mehr Licht als gewöhnlich, da sich die Verschlusszeit von 1/50 auf 1/150 verringert.

 

Lichtsetup

Der nächste Schritt war, sich zu überlegen, wie wir das Lichtsetup gestalten. Dazu schlossen wir uns mit der Fotografin kurz, sodass wir die Moodvorgaben vom Kunden auf die gleiche Art und Weise umsetzten konnten. Lichtrichtung und Kontrast sollten bei Fotografie und Film identisch sein.

 

Grobe Equipmentliste

  • Skypanel S60 mit Softbox und Eggcrate
  • Aladdin Bi Flex 100
  • 4’x4′ Frostrahmen mit Diffusion
  • Floppys
  • C-Stands und Stative

 

Wir entschieden uns mit LED Panels zu arbeiten. LEDs strahlen keine Wärme ab, was natürlich gut für den Food ist. Ebenfalls sind es Panels, sprich Flächenlichter, welche grundsätzlich bereits sehr soft sind.

 

Keylight

Als Keylight verwendeten wir das Skypanel S60, welches wir mit einer Softbox noch weicher machten. Damit wir nicht zu viel Spill hatten, klatschten wir noch ein Eggcrate vor die Softbox. Gleich ausserhalb des Bildausschnittes platzierten wir einen 4’x4′ Diffusionsrahmen, um das ganze Keylight nochmals etwas zu soften. Hier war es wichtig, den Diffusionsrahmen möglichst nahe am Objekt zu platzieren. Ansonsten hätten wir zum einen an zu viel Lichtstärke verloren und zum anderen hätte sich das Licht zu fest verteilt.

 

Negative Fill

Nachdem wir unser Key gesetzt hatten, schafften wir etwas Kontrast in Kamerarichtung. Wir wollten, dass die Flächen zur Kamera hin etwas dunkler erscheinen und das Keylight dadurch etwas stärker wirkt. Wir erzielten dies indem wir beidseitig vor der Kamera jeweils ein Floppy aufbauten, welches das Licht schluckt und somit Kontrast schafft.

 

Filllight

Nun wirkt das ganze Bild sehr dunkel und kontrastreich. Um von der gegenüberliegenden Seite leicht aufzuhellen, bauten wir ein Booklight mit dem Aladdin BiFlex als Lichtquelle.

Booklight: Wenn das Licht nicht direkt durch die Diffusion geht, sondern zuerst gebounced wird.

 

 

Floorplan & Lichtskizzen

Lichtplan vom Dreh

Ein Standbild aus den Moodfilmen für Oswald. Jonas zeigt woher welches Licht gesetzt wird.Ein Still nach dem Colorgrading. Lachstatar mit Tomaten und Würzmischung von Oswald